Dr. med. Ulrike Knödler

Fachärztin für
Allgemeinmedizin,
Hausärztliche Versorgung,
Fachkunde Reisemedizin,
Notfallmedizin
Staatlich zugelassene
Gelbfieberimpfstelle

Akademische Lehrpraxis
der Universität Heidelberg

Oberer Graben 62
97980 Bad Mergentheim
Tel. 07931/949123
Fax 07931/949124
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Afrika off the beaten track und das Bilharzioserisiko

Die Infektion mit dem Saugwurm erfolgt durch Kontakt mit kontaminiertem Süßwasser (afrikanischer, mittel-/südamerikanischer und asiatischer Seen, kleiner Teiche, Flüsse, Rinnsale oder großer Ströme wie Amazonas, Orinoko, Nil, Mekong, sowie Fluss- und Binnendeltas wie das Okavangobecken).

Die Larven (Zerkarien) machen in Wasserschnecken eine ungeschlechtliche Vermehrung durch. Dann dringen sie im Wasser durch die intakte Haut des Menschen in die Lymph- und Blutbahn. In den Lebergefäßen erfolgt die Geschlechtsreife und Paarung. Das Pärchen (Pärchenegel) wandert je nach Spezies in die Venengeflechte von Dünndarm, Dickdarm oder Harnblase. Von dort werden täglich bis zu 3500 Eier über Stuhl und Urin ausgeschieden. Andere Eier gelangen in Körpergewebe und verursachen Immunreaktionen mit fortschreitenden Organschäden.

Life cycle of Schistosoma spp.

Die akute Schistosomiasis, Katayama-Fieber genannt, tritt überwiegend bei der Erstinfektion auf und ist oft nur durch unspezifische Fieberattacken, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen gekennzeichnet.

Blutiger Urin, blutiger Samenerguss und polypartige Veränderungen im Bereich der Scheide und am Gebärmutterhals sollten bei entsprechender Reiseanamnese immer an eine urogenitale Schistosomiasis denken lassen. Die intestinale Schistosomiasis führt zu blutigen Durchfällen und in fortgeschrittenen Stadien zu einer massiven Leber- und Milzvergrößerung.

Die WHO will durch Vektorkontrolle, bessere Trinkwasser- und sanitäre Hygiene, sowie durch periodische präventive medikamentöse Behandlungen mit Praziquantel die Übertragung innerhalb von Risikopopulationen reduzieren. Erfolgreich implementiert wurde diese Herangehensweise z.B. in Brasilien, Kambodscha, China, Ägypten, Marokko, Mauritius und Saudi-Arabien.

In Deutschland kennen wir ebenfalls die Infestation mit Saugwürmern durch Baden in Teichen. Da wir den Fehlwirt für die Larven der Trichobilharzia Spezies darstellen, passiert uns nicht viel außer unangenehmen juckenden Papeln, der Badedermatitis oder Zerkariendermatitis, die auch ohne Therapie binnen Tagen ausheilen.

 localisation: Unterschenkel
Diagnose: Zerkariendermatitis

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