Dr. med. Ulrike Knödler

Fachärztin für
Allgemeinmedizin,
Hausärztliche Versorgung,
Fachkunde Reisemedizin,
Notfallmedizin
Staatlich zugelassene
Gelbfieberimpfstelle

Akademische Lehrpraxis
der Universität Heidelberg

Oberer Graben 62
97980 Bad Mergentheim
Tel. 07931/949123
Fax 07931/949124
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Impfen - Ja oder nein?

Das ist für einige Menschen weniger eine medizinische Erwägung als eine „Glaubensfrage“, vor allem, wenn es um die Impfung der Kinder geht.

Viele Eltern informieren sich im Internet und sind danach oftmals noch verunsicherter: denn im Internet kann alles behauptet werden. Dort wird zum Beispiel die Existenz von Krankheitserregern geleugnet. Das Durchmachen von Masern und anderer schwerer Infektionskrankheiten werden als Stärkung des Immunsystems angesehen die Impfung dagegen als Schwächung.
Das sind die Fakten:

Vergleich der Komplikationsraten von Erkrankung und Impfung:

 

Symptom

Erkrankung

Impfung

Masern

Gehirnentzündung

1 von 250 – 1 von 10.000

<1 von 1 Mio.

Mumps

Hirnhautentzündung, Hodenentzündung

1 von 10 – 1 von 4

ca. 1 von 1 Mio.

Röteln Schwangere erstes SS-Drittel

Schädigung des Embryos

bis 85 von 100

0

 

Keuchhusten

bleibender Hirnschaden

1 von 100 bis 1 von 500
(je nach Alter)

0

Kinderlähmung

Lähmungen

1 von 100
(je nach Erreger)

0

 

Windpocken (um die Geburt herum)

Tod

30 von 100

0

Tollwut

Tod

100 von 100

0

Aus: Schwierige Impffragen 2008, U.Quast, S.Ley-Köllstadt, U.Arndt

Infektionskrankheiten haben ihren Schrecken verloren

Die meisten impfpräventablen Erkrankungen sind selten geworden, Tetanus, Diphtherie.. Seit Einführung der Hämophilus influenzae b (Hib)- Impfung im Jahre 1990 ist die Erkrankungszahl drastisch gesunken, die oft tödlich verlaufende oder bleibende Schädigungen hinterlassende Infektionskrankheit wird kaum noch gesehen. Infektionskrankheiten verschwinden aus dem Bewusstsein der Menschen, da sie – infolge der Impfungen – seltener auftreten. Sie werden nicht mehr als bedrohlich wahrgenommen, mögliche Nebenwirkungen dagegen überbewertet.

Impfungen als Beitrag zur Gesundheit der Gemeinschaft: die Herdenimmunität

„Warum soll ich mich oder mein Kind gegen eine Krankheit impfen lassen, die es bei uns doch gar nicht mehr gibt, und dem Risiko einer Impfkomplikation aussetzen?“ Impfungen nützen der Allgemeinheit. Durch ausreichend hohe Impfraten wird die Erregerzirkulation unterbrochen. Dadurch werden auch Menschen geschützt, die nicht geimpft werden können, Schwangere, Menschen mit Immunsuppression, z.B. während einer Chemotherapie, Masernschutz für Säuglinge im 1. Lebensjahr. Das Nachlassen einer solchen Herdenimmunität durch Rückgang der Durchimpfungsraten kann zu erneuten Ausbrüchen von Infektionskrankheiten führen, die man vielleicht schon als besiegt betrachtet hat, wie z.B. die Kinderlähmung.

Das A und O ist die Aufklärung

Nebenwirkungen können bei jeder Impfung auftreten, meist lediglich in Form von Schmerzen an der Impfstelle, Rötung und Schwellung. Seltene Komplikation bei der Tetanusimpfung ist die Nervenentzündung, die zwar selten ist, aber typisch.

Hypothesen und unbewiesene Behauptungen

„Impfungen lösen einen Typ 1- Diabetes aus“, „überlasten das kindliche Immunsystem“, „verursachen den plötzlichen Kindstod“, „führen zu multipler Sklerose“, Masernimpfung führt zu Autismus“…
Internetrecherchen und Urteile von Bekannten führen zu Verunsicherung. Hier sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Hausarzt suchen, der Sie mit sachlichen Argumenten berät und Sie mit Ihren Zweifeln und Befürchtungen ernst nimmt.
Ein waschechter Impfgegner wird von nix zu überzeugen sein.

Häufige Einwände gegen Impfungen

„Die Wirksamkeit von Impfungen ist nie belegt worden“.
Nur ein Impfstoff, der in Studien seine Überlegenheit bewiesen hat, wird überhaupt zugelassen. Auf EU- Ebene prüft dies die Europäische Arzneimittelbehörde EMA, in Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesamt für Sera und Impfstoffe, dafür verantwortlich. Die Einführung von Impfprogrammen konnte Infektionskrankheiten zurückdrängen, so die öffentliche Empfehlung der Polio-Schluckimpfung im Jahre 1962. Seit 2002 gilt Europa als poliofrei.

„Kein Erreger von impfpräventablen Erkrankungen wurde bisher nachgewiesen“.
Bakterien sind – seit Robert Koch – im Lichtmikroskop darstellbar. Viren können mittlerweile im Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden. Von vielen Erregern wurde inzwischen der genetische Code entschlüsselt.

„Kombinationsimpfstoffe überlasten das kindliche Immunsystem“.
Die T-Zell-Rezeptoren, die für die Erkennung eines Erregers zuständig sind, sind bereits im Kindesalter vorhanden. Das Neugeborene ist einem wahren Ansturm von Antigenen ausgesetzt. Die Antigene in heutigen Kombinationsimpfstoffen beanspruchen aufgrund der hohen Reinheit nur einen winzigen Teil der verfügbaren Rezeptoren, man geht von 1018 aus!

„Impfstoffe enthalten gefährliche Chemikalien wie Quecksilber oder Formaldehyd“.
Die Konzentrationen von Formaldehyd oder Quecksilber, die in einigen Impfstoffen enthalten sind, liegen unterhalb der toxikologischen Grenzwerte. Formaldehyd wird während der Produktion zur Vermeidung von Verunreinigungen, zur Inaktivierung bei viralen Totimpfstoffen und zum Detoxifizieren von Toxinen zugesetzt. Der gereinigte endgültige Impfstoff enthält dann Mengen, die unter dem physiologischen Formaldehydgehalt der menschlichen Muskulatur liegen. Thiomersal, eine organische Quecksilberverbindung, wird ebenfalls einigen Impfstoffen zur Dekontamination zugegeben. Alle Standardimpfstoffe sind inzwischen frei von Thiomersal.

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